Basisfakten zu der Route Nr.: 951
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Region:   Karwendel
Tour:   Wandern
Gipfel / Ziel:   Hochkanzel (a)
Höhe:   2575 m
Ausgangspunkt:   Scharnitz
Endpunkt:   Scharnitz
Datum:   03.07.2010
Personenanzahl:  1

Hochkanzel (a) - Skizzierter Aufstieg von der Schneepfanne aus
Hochkanzel (a) - Heikle Felspassage zw. den Schneeaufstiegen
Hochkanzel (a) - Hochkanzel-Gipfel mit steilem Zacken, links im Hintergrund die Speckkarspitze
Skizzierter Aufstieg von der Schneepfanne aus Heikle Felspassage zw. den Schneeaufstiegen Hochkanzel-Gipfel mit steilem Zacken, links im Hintergrund die Speckkarspitze


Hütten-Info:

Stützpunkt:   evtl. Kastenalm Höhe:   1220 m
Type:  

Beschreibung:
(offen, nur mit Schlüssel, Zustand, Belegung usw.)




Die Route mit eigenen Worten:

Für die Richtigkeit der Angaben bzw. für Unfälle aufgrund fehlerhafter Beschreibungen kann keine Haftung übernommen werden!

Routen-
Beschreibung:

├ťber die Hochkanzel gibt`s nicht viel zu erfahren; zwei kurze Beschreibungen im AV-F├╝hrer sind schon alles, woraus du auf die Schnelle ein paar Schl├╝sse ziehen kannst. Also auf ins Karwendel, ins einsame Ro├čloch, und mal selber aus der N├Ąhe betrachten, was dir schon des├Âfteren von der Vomper-Loch-Seite imponiert hat. Der "Angriff" von Norden einzig und allein deshalb, weil bis 36┬░C Hitze angesagt sind und du auf der S├╝dseite der unbarmherzigen Sonne ausgeliefert w├Ąrest; nordseitig dagegen l├Ąsst sich ein Gro├čteil der weiten Anmarschstrecke mit dem Rad bew├Ąltigen. Also brichst du sehr fr├╝h auf, von Scharnitz mit dem MTB weit hinein ins Hinterautal und ins Ro├čloch bis zum Hinteren Boden. Irgendwann macht die Strampelei im Kies keinen Spa├č mehr und du gehst zu Fu├č weiter; ein klar sichtbarer Pfad leitet aus dem Boden heraus und zieht moderat gen Osten h├Âher. Ab und zu siehst du alte, verblasste Markierungen an Steinen, sp├Ąter auch neuere; wahrscheinlich zeigen sie den Weg zur Grubenkar- bzw. Dreizinkenspitze. Bald passierst du einen grossen Felsbrocken mit roter Aufschrift
"3 Zinken". Ab hier verfolgst du die Trittspuren in Richtung S├╝dwesten gegen die Nordflanken von Gamskarspitze und Hallerangerspitzen und gelangst, immer mehr linkshaltend (im Linksbogen), weglos zu grasdurchsetzten, manchmal fast schon karstigen Buckeln, ├╝ber welche du, nun wieder ostw├Ąrts, gem├╝tlich die hinterste Ecke unter Ro├člochscharte und Hochkanzel, die Schneepfanne, erreichst.
Mit der Gem├╝tlichkeit ist`s ab hier vorbei. Die Schneepfanne macht ihrem Namen alle Ehre; hier liegt das k├╝hle Wei├č mit Sicherheit ganzj├Ąhrig. Zum Gl├╝ck ! Unter den n├Ârdlichen Flanken von Hochkanzel und Brantlspitze ziehen n├Ąmlich elend steile Schuttfelder herab, die ├╝berwunden werden m├╝ssen; ohne Schneeauflage eine Tortur, mit Schnee zumindestens immer noch sehr m├╝hsam. Pluspunkte bringt die schattige Lage, sonst hechelst du beim Aufstieg noch viel eher. N├Ąchstes Etappenziel ist jetzt die Scharte zw. Brantlspitze und Hochkanzel. Dabei peilst du die L├╝cke links des am weitesten nach unten reichenden Sporns an, in der der Altschnee am h├Âchsten reicht. Das ist im letzten Abschnitt sehr steil; du musst regelrecht kleine Tritte in den Schnee hacken, um das Erreichte nicht mit einem Rutsch wieder preiszugeben. Der ├ťbergang vom Schnee zum Fels (rechts heraus !, geradeaus ├Ąu├čerst heikles Gel├Ąnde) erfordert h├Âchste Vorsicht. Schmelzwasser hat die Randkluften untersp├╝lt, du pr├╝fst jeden Schritt, um nicht in eine solche Spalte einzubrechen. Dr├╝ben erwartet dich, wie soll es anders sein, br├Âseligster Karwendelbruch vom allerfeinsten. Es folgt der heikelste Abschnitt der Tour; das Gestein ist nicht nur br├╝chig, sondern auch feucht ; du findest kaum Halt, jeder Tritt u. Griff muss gut ├╝berlegt sein. Ein vorausschauendes Gel├Ąndestudium ist unerl├Ąsslich, um diese ca. 20m lange Passage zu meistern; danach zieht gl├╝cklicherweise wieder eine schneegef├╝llte Rinne bis zur Scharte. Du fragst dich, wie das Gel├Ąnde wohl ohne den Altschnee beschaffen w├Ąre; der gesamte Aufstieg in der Flanke best├╝nde wohl aus dem Untergrund, der hier und heute nur diese 20m betrifft. Der Rest bis zur Scharte gestaltet sich im Schnee zwar steil, aber gefahrenlos. In der Scharte ist nicht viel Platz; nach S├╝den bricht es steil ab, rechts zieht der Grat mit Steilaufschwung zur Brantlspitze und nach links der respekteinfl├Â├čende, aus vertikal geschichteten Platten bestehende, nicht immer feste und zum Teil messerscharfe Grat zur Hochkanzel. Ein kleiner Steilabbruch verhindert den direkten Grateinstieg, s├╝dseitig ist es ziemlich ausgesetzt. Du entscheidest dich, wieder ca. 5 Hm in der Schneerinne abzusteigen und die ├Âstliche Begrenzungsrippe dieser zu erklimmen u. zu ├╝bersteigen. Danach geht`s gut ├Âstlich der Rippe zum Grat hinauf. Es folgt wirklich sch├Âne Kletterei, z. T. sehr luftig, immer auf dem Grat, vielleicht zweimal kurz auf die Nordseite ausweichend, bis zum ........, ja wohin eigentlich ? Ein richtiger Gipfel ist nicht auszumachen, zwei etwa gleichhohe Graterhebungen k├Ânnten in Frage kommen. Du suchst nach einem Steinhaufen o.├Ą., aber nichts au├čer einem spitz nach oben ragenden Brocken auf einer der beiden Erhebungen f├Ąllt dir ins Auge. (Teil b folgt)

Verhältnisse
am Tag der Tour:
(Wetter, Temperatur, Schneehöhe...)

siehe Teil b


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