Basisfakten zu der Route Nr.: 784
...eingetragen durch: ADI

Region:   Mieminger Kette
Tour:   Klettern: bis III
Gipfel / Ziel:   Hochplattig Ostgipfel(2698m) - Hauptgipfel(2768m)
Höhe:   2768 m
Ausgangspunkt:   P oberhalb von Obermiming, 900m
Endpunkt:   ebenda
Datum:   07.09.2009
Personenanzahl:  2

Hochplattig  Ostgipfel(2698m) - Hauptgipfel(2768m) - das gewaltige Hochplattigmassiv von Süden
Hochplattig  Ostgipfel(2698m) - Hauptgipfel(2768m) - am Grat müssen mehrere brüchige Zacken überklettert werden
Hochplattig  Ostgipfel(2698m) - Hauptgipfel(2768m) - leichteres Gelände kurz vor dem Gipfel
das gewaltige Hochplattigmassiv von Süden am Grat müssen mehrere brüchige Zacken überklettert werden leichteres Gelände kurz vor dem Gipfel


Hütten-Info:

Stützpunkt:   Keiner, das ist auch gut so! Höhe:  
Type:  

Beschreibung:
(offen, nur mit Schlüssel, Zustand, Belegung usw.)




Die Route mit eigenen Worten:

Für die Richtigkeit der Angaben bzw. für Unfälle aufgrund fehlerhafter Beschreibungen kann keine Haftung übernommen werden!

Routen-
Beschreibung:

Nachdem die Nordflanke nicht geklappt hatte, jetzt eben ein Vorstoß über die Südflanke, bzw. über den Grat.
Von der Route über die "angeblich leicht gangbare Rinne" von Norden her (von MotörMic in Tour Nr. 248 empfohlen), kann ich nur dringend ABRATEN!
Er schreibt:....leicht in ihr empor...., das ist gelinde gesagt Schwachsinn, sorry MotörMic.
Zuerst verwehrt ein großes Altschneefeld den Zugang(Steigeisen kein Luxus), nicht zu unterschätzende Randkluft.
Die Rinne ist nur unten rel. gut gangbar, oben ca. 45° steil und sauglatt, bei Nässe wirds hier lebensgefährlich!!
In der Rinne übles Geröll, alte, morsche Drahtseile, Steinschlaggefahr, alles in allem ein objektiv echt gefährlicher Aufstieg.
Oben dann in der Rinne lebensgefärlich glatt geneigt, Klettergelände links davon bis II, ausgesetzt und haarsträubend brüchig, alles andere als "leicht in ihr empor".
Einen Aufstieg, bzw. einen Abstieg, den ich ohne Seil NICHT angehen würde.
Vom Kar unten schaut die Sache rel. leicht aus, in der Rinne ändert sich das schlagartig.
Ich habe diesen Aufstieg hier kopfschüttelnd abgebrochen, weil ich noch länger mit heilen Knochen in die Berge gehen wollte.

Der Südaufstieg bietet da ganz andere Perspektiven:
Wenn der lange Aufstieg von Süden über den Gachen Blick Spaß machen soll, dann sollte man UNBEDINGT die ersten 400 HM mit dem MTB machen.
Wir waren zu Fuß unterwegs.... ein übler Hatscher.
P am Beginn der Forststrasse(Eisengatter,Fahrverbot für KFZ) und weiter über die schöne Forststrasse durch den schönen Föhrenwald, über die Brücke, oben dann zahlreiche Kehren bis zum Sackgassenende Richtung "Gacher Blick".
Schön wärs zu biken, oben etwas steiler, aber alles auf bester Forstpiste.
Weiter über den guten Steig(bez.)über den breiten Rücken des Hennebergs zum Gachen Blick, schöne Aussicht, Bildstock.

Der Weiterweg ist dann alpin und nicht mehr bezeichnet.
Für reine Wandersmänner ist hier Schluß.
Von dort zuerst wenige Schritte runter und dann hart am latschengesäumten Rand der "Jude" entlang.
Vorsicht: die Steigspur ist von der Erosion bereits halb weggerissen! Absturzgefahr!
Im weiteren Steilaufstieg erreicht man die weitläufige Südabdachung des Berges, das sogenannte Plattig, oberhalb der Abbrüche in den Judengraben.
Geologisch sehr interessantes Gelände in diesem Bereich.
Hier nun ohne weitere Anhaltspunkte(vorher noch einige Steinmänner), über grasig-schrofiges Gelände schräg rechts hoch.
Gut gangbares, völlig wegloses Gelände, keinerlei Bez. oder Steinmänner.
Das Vermessungssignal vom O-Gipfel ist schon von Weitem sichtbar.
Man hat jetzt den Aufstieg ohne eine klar vorgegebene Linie noch eine ganze Weile fortzusetzen, zwischendurch immer wieder ein paar lästige, kleine Rinnen und Geröllzungen überschreitend.
Über sehr splittriges Geschröf(I) gehts rechts einer markanten Rinne zu den Gratfelsen vom O-Gipfel und rel. leicht auf diesen(I).
Ein altes GK(Jahreszahl 1947)+GB.
Nicht viele Begehungen im Jahr.
Der Übergang zum Hauptgipfel ist nicht ganz ohne und erfolgt im wesentlichen immer am Grat, über mehrere brüchige Zacken, mit gelegentlichen Ausweichen nach Süden.
Schon der erste Aufschwung dürfte im oberen IIer-Bereich liegen.
Hier kommen nur erfahrene Schrofenspezialisten auf ihre Kosten, das Gelände ist weitgehend SEHR brüchig, man sollte mit Bedacht kraxeln.
Ein kleines, selbstgebautes GK(von 2002) dann am Hauptgipfel, das GB ist von 1973!.
Alles andere als überlaufen, dieser Gipfel.
Wenn man bedenkt, daß hier schon H.v.Barth(11.08.1872) und Ludwig Purtscheller(21.08.1883) rumgeturnt sind, kann man schon mal eine Schweigeminute einlegen.

Der S-Anstieg soll auf der günstigsten Route nicht schwerer als I sein(T4/T5), die S-Flanke macht allerdings einen recht anspruchsvollen Eindruck.
Sehr unübersichtliches Gelände im Abstieg.

Den Gratübergang kann ich uneingeschränkt empfehlen, allerdings nur dann, wenn man 110% trittsicher ist und im Rumkraxeln in sehr brüchigem Gelände seine bergsteigerische Erfüllung findet....wer allerdings solches Terrain beherrscht, für den ist es dann Abenteuer pur. :-)
Die N-Flanke sieht mich in diesem Leben NICHT mehr, außer mit intaktem, durchgehenden Drahtseil. :-(

Mir ist die Tour ***** wert, eine allerdings SEHR subjektive Bewertung!
Eine Tour, sicherlich nicht für Jedermann.
1900 HM sind für den S- Anstieg zum Hauptgipfel fällig, 2000 HM für den Gratanstieg, ca. 5 Std. Aufstieg.
Runter wie rauf, nach dem O-Gipfel ist es ratsam, die markante Schuttrinne zum schnellen Abfahren zu nutzen.

Hat man unten dann ein MTB, hat man es schön, andernfalls kann man, wie wir, nach der Tour noch ca. 1 Std. die Forstpiste runterschrappen, bis die Gelenke krachen....ätzend! :-((

Diese Tour auch auf: HikR.org

Verhältnisse
am Tag der Tour:
(Wetter, Temperatur, Schneehöhe...)

Ein wolkenloser Bergtag mit bester Sicht.
Diesig am Nachmittag im Westen.

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