Der Zwerg
ist überall...



Du meinst, Du kannst mich ärgern
mit solchem Kinderkram.
Nicht ärgern lass ich mich von Zwergen,
die geblendet sind von ihrem Wahn.
Du meinst, Du könntest mich benutzen
für Deinen eig'nen Zweck.
Um Deine Eig'nen zu beschmutzen,
bewirfst Du mich mit Dreck.
Du redest gerne schlecht von mir.
Doch sieh den großen, dunklen Schatten!
Schon lange hängt er über Dir,
und hören können Dich nur Ratten.

Siehst Du sie noch, die Morgensonne?
Kannst Du noch träumen in der Nacht?
An welchem Ort bist Du willkommen?
Welch Freund hat je an Dich gedacht?
Wie viele Blüten willst Du noch vergiften?
Wie viel Schönes noch zerstören?
Wie lang auf Frieden noch verzichten,
nur um einmal mehr zu hören:
"Dort, wo Du stehst, ist keine Sonne.
Wohin Du gehst, ist Dunkelheit.
An keinem Ort bist Du willkommen.
Zwei Freunde hast Du: Hass und Neid."

Ich habe Dir schon lang verziehen.
Nur Deinem Schicksal bist Du anvertraut.
Dem Schatten kannst Du nicht entfliehen.
Er klebt an Dir wie Deine fahle Haut.

In jedem noch so kleinen Orte
trifft man wohl auf Deinesgleichen.
Deiner Seele gelten diese Worte:
"Niemals kannst Du mich erreichen
mit Deiner armen Tyrannei!
Denn eine Waffe habe ich:
Du bist gefangen, ich bin frei!
Und die Meinen lieben mich."

Doch warst nicht Du auch einst geliebt?
Heute ist es in Dir still.
Weil nur ein Schatten übrig blieb,
weil sonst keiner Dich mehr will.
So schlag nach mir noch tausend Mal.
Nur Unheil kannst Du um Dich scharen.
Und doch bist Du mir so egal,
als wärst Du tot schon seit mehr als tausend Jahren.



(c) 17.04.2007